Literarische Zeitgenossen von August Sander – Lesung mit Manon Stache





Samstag, 14. Juni um 19.30 Uhr

Ort: Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7 (Saal 1. OG), 50670 Köln

Von Autoren wie Kurt Tucholsky ist bekannt, dass er vom Werk des Photographen August Sander sehr beeindruckt war. So hat er 1930 in Die Weltbühne eine Rezension über Sanders Buch Antlitz der Zeit verfasst. An Sanders Portraits hat ihn seinen eigenen Worten folgend besonders fasziniert, dass Typen dargestellt sind, die „so sehr ihre Klasse […] repräsentieren, dass das Individuum für die Gruppe genommen werden darf.“ Blickt man auf Tucholskys eigenes literarisches Werk, so finden sich darin scharfsinnige wie ironisch-humorvolle Texte, die die Gesellschaft wie die politische Situation der Weimarer Republik treffend analysieren und ein geeignetes Pendant zu Sanders Bildwelt darstellen.

Zu den Bewunderern von Sanders Werk zählt ebenso die Kunsthistorikerin und Autorin Louise Straus-Ernst, die von Sander zusammen mit ihrem Sohn Jimmy um 1928 portraitiert wurde. Von ihr wird in der Lesung eine autobiographische Textpassage vorgetragen, die von ihren beruflichen Anfängen im kulturellen Umfeld Kölns erzählt.

Auch der politische Schriftsteller und Antifaschist Erich Mühsam, dessen Leben 1934 im Konzentrationslager Oranienburg bei Berlin ein tragisches Ende nahm, ist von August Sander 1928 photographiert worden. Mühsams kämpferische Worte lassen keinen Zweifel an seiner politischen und künstlerischen Vision.

Die Lesung wird abgerundet von Lyrik und Prosa des nicht nur bei Kindern und Jugendlichen beliebten Dichters Erich Kästner. Sein hochmodern klingender Roman Fabian erzählt von den Erlebnissen des gleichnamigen Protagonisten in der Großstadt Berlin Ende der 1920er-Jahre.

Die Verse der 1907 geborenen Mascha Maleko geben das Lebensgefühl der 1920er-Jahre zwischen Euphorie und Melancholie authentisch und einfühlsam wieder. Eine intensive literarische Schaffensphase erlebte Maleko in Berlin, bis sie 1938 in die USA emigrierte. Sie gilt als Autorin der Neuen Sachlichkeit.

Manon Stache, geb. 1960 in Magdeburg, hat schon während ihres Schauspielstudiums an der Theaterhochschule „Hans Otto“ Anfang der 1980er-Jahre in Leipzig an verschiedenen Theatern und Kabaretts gespielt. Es folgten Engagements am Theater der Stadt Heidelberg, am Theater am Kurfürstendamm, Berlin und an der Komödie Winterhuder Fährhaus, Hamburg. Bis heute steht sie regelmäßig auf der Bühne, ist aber ebenso in zahlreichen Film und TV-Produktionen zu sehen, so in den Serien „Girlfriends“ oder „Unter den Linden“. Für ihre eigene Serie „Hotel Elfie“ hat sie 1998 den Telestar erhalten. Manon Strache spielte in mehreren Folgen von „Traumschiff“ mit, Filme wie „Die Boxerin“ oder „Im Gehege“ zählen ebenso zu ihrem besonderen Repertoire.

Eintritt: 10 EUR | Kartenreservierungen: Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, Im Mediapark 7, 50670 Köln, Tel.: 0221/888 95 300, E-Mail: photographie@sk-kultur.de

Die Ausstellung „August Sander – Meisterwerke und Entdeckungen“ ist noch bis zum 3. August in der Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur, täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

Das Gesamtprojekt wird gefördert von der Kunststiftung NRW und der Sparkasse KölnBonn.
Mit freundlicher Unterstützung der Kölnischen Rundschau.

www.photographie-sk-kultur.de

Bildrechte: © Jo Neander

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veröffentlicht von am 5. Jun 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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