Leibniz-Forschungsmuseen und ?Institute in Mainz, Tübingen, Bonn und Braunschweig positiv evaluiert





smuseen und -Institute in Mainz, Tübingen, Bonn und Braunschweig positiv evaluiert

Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige, die durch schriftliche Unterlagen und bei einem Evaluierungsbesuch informiert werden, bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem das evaluierte Institut Stellung nehmen kann. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme, die Empfehlungen zur weiteren Förderung der Leibniz-Einrichtung enthält. Diese Senatsstellungnahme dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen. Zusammen mit den Anlagen A (Darstellung der wesentlichen Inhalte und Strukturen der Einrichtung), B (Bewertungsbericht) und C (Stellungnahme der Einrichtung zum Bewertungsbericht) wird die Senatsstellungnahme auf der Internet-Seite der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlicht. Alle an der Bewertung und Beurteilung beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind.

Zu den Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Einzelnen:

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum – Forschungsinstitut für Archäologie (RGZM) in Mainz besitze mit seiner regionen- und epochenübergreifenden interdisziplinären Ausrichtung ein Alleinstellungsmerkmal unter den archäologischen Forschungsmuseen in Deutschland, so der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme. Die Forschungsleistungen der verschiedenen Arbeitseinheiten seien überwiegend sehr gut, in der Außenstelle Neuwied sogar exzellent. Zudem seien die restauratorischen und konservatorischen Arbeiten der Werkstätten und Laboratorien ausgezeichnet.
Es sei jedoch derzeit keine hinreichende übergreifende Gesamtstrategie erkennbar, die die Aktivitäten in den drei für das Museum wesentlichen Dimensionen (Sammlung, Forschung, Vermittlung) kohärent zusammenführe. Darüber hinaus sei die Modernisierung der Dauerausstellung im Haupthaus in Mainz überfällig. Schon lange werde sie öffentlich kaum noch wahrgenommen. Neue Überlegungen dazu habe das RZGM in Erwartung eines Neubaus zurückgestellt. Es sei versäumt worden, alternative Strategien für die Übergangsphase zu entwickeln.
Auch die Zusammenarbeit mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz müsse verbessert werden. Insbesondere müssten unverzüglich gemeinsame Professuren mit der Universität nach einem für Leibniz-Einrichtungen üblichen Modell geschaffen werden. Ein erster Schritt zu einer vertieften Kooperation sei der 2011 gemeinsam gegründete „WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident“. Dieser müsse nun aber durch gemeinsame Forschungsarbeiten weiter mit Leben gefüllt werden.
Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des RGZM fortzusetzen. Wesentlich sei es, die vielfältigen Aktivitäten erheblich besser als bisher zu integrieren und die notwendigen strategischen Entscheidungen zu treffen. In drei Jahren solle erneut bewertet werden, ob die Umsetzung der Empfehlungen und Hinweise gelungen sei.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bescheinigt dem Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen in der heute veröffentlichten Stellungnahme sehr gute bis exzellente Forschungsleistungen. Die Qualität der wissenschaftlichen Arbeiten erreiche in vielen Bereichen internationales Spitzenniveau. Auch im Bereich der Beratung sowie des Wissens- und Technolo-gietransfers sei das IWM äußerst erfolgreich.
Die Zusammenarbeit mit der Eberhard Karls-Universität Tübingen sei sowohl im Bereich der Forschung als auch im Bereich der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses hervorragend. Der Senat hebt in diesem Zusammenhang eine 2012 gemeinsam in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern eingeworbene Graduiertenschule hervor. Zudem trage das Institut im Leibniz-WissenschaftsCampus Tübingen „Bildung in Informationsumwelten“ sowie im Leibniz-Forschungsverbund „Bildungspotenziale“ maßgeblich zur Profilierung der Leibniz-Gemeinschaft auf dem Gebiet der Bildungsforschung bei.
Der Senat hebt hervor, dass das IWM seit seiner Gründung im Jahr 2001 eine stringente Entwicklung durchlaufen und sich auf dem Gebiet der Empirischen Bildungsforschung strategisch überzeugend positioniert habe. Das Institut genieße mittlerweile national und international eine ausgezeichnete fachliche Reputation. Großen Anteil an der hervorragenden Entwicklung habe der amtierende Direktor, der das Institut seit dessen Gründung leitet. Bund und Ländern wird empfohlen, das IWM weiterhin gemeinsam zu fördern.

Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere, Bonn (ZFMK) hat sich in den letzten Jahren von einem klassisch taxonomisch ausgerichteten Museum hin zu einer Einrichtung entwickelt, in der die moderne phylogenetische Forschung eine zentrale Stellung einnimmt. Die wissenschaftlichen Leistungen des ZFMK beurteilt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme als sehr gut bzw. exzellent.
Die umfangreichen Sammlungen seien in einem sehr guten Zustand, so der Senat. Einige von ihnen besäßen hohe wissenschaftliche und wissenschaftshistorische Bedeutung. Eine zentrale Empfehlung des Senats an das Museum lautet, die Verfügbarkeit dieser Sammlungen zu verbes-sern, damit sie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt genutzt werden können. Hierzu sei es notwendig, die Digitalisierung der Bestände mit Nachdruck voranzutreiben. Das ZFMK komme seinen museumspädagogischen Aufgaben engagiert nach. Das Museums-konzept überzeuge, allerdings solle die schon seit langem im Umbau befindliche Dauerausstellung nun zügig fertiggestellt werden.
Der Senat begrüßt, dass das ZFMK zum 1. Januar 2013 rechtlich verselbständigt wurde und damit nunmehr eine Grundvoraussetzung für die gemeinsame Forschungsförderung von Bund und Ländern erfüllt sei. Bund und Ländern wird empfohlen, die gemeinsame Förderung des Forschungsmuseums fortzusetzen.

Das Leibniz-Institut DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, Braunschweig (DSMZ) sammelt Mikroorganismen und Zellkulturen, um sie für Forschungsarbeiten bereitzustellen. Es fungiert als Patenthinterlegungsstelle für Biomaterialien, bietet sammlungsspezifische Serviceleistungen an und betreibt im Rahmen der Sammlungsthematik Forschung. Der Senat stellt in seiner Stellungnahme zum Institut fest, dass es sich unter der Leitung des 2010 neu berufenen Direktors ausgezeichnet entwickelt habe. Sowohl der Umfang als auch die Qualität der Biomaterialien und Dienstleistungen werden als hervorragend eingeschätzt. Für eine von vier Sammlungsabteilungen wird allerdings eine thematische Neuausrichtung vorgeschlagen.
Der Senat begrüßt, dass der Service ein breites Spektrum abdecke und weltweit nachgefragt werde. Ebenfalls erfreulich sei, dass die sammlungsbasierten Forschungsleistungen seit der letzten Evaluierung erheblich gesteigert werden konnten.
Für die Zukunft strebt die DSMZ innerhalb des Sammlungsbereichs den Aufbau einer neuen Abteilung „Bioressourcen in Bioökonomie und Gesundheitsforschung“ an, in der grundlagenwis-senschaftliche Wirkstoffforschung mit großem Potenzial für die medizinische Anwendung betrieben werden soll. Dies hält der Senat für eine ausgesprochen vielversprechende strategische Weiterentwicklung und empfiehlt den Geldgebern, die dafür erforderlichen Mittel zusätzlich bereitzustellen.
Deutlich verbessert, so der Senat, hätten sich infolge des Leitungswechsels auch die Kooperationsbeziehungen der DSMZ mit anderen Einrichtungen im Umfeld, insbesondere mit der Technischen Universität Braunschweig und mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). Gemeinsam mit dem HZI wird derzeit ein Neubau (Genom- und Wirkstoffzentrum) errichtet, in dem auch die neue Abteilung unterkommen soll. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Instituts fortzusetzen.

Die einzelnen Senatsstellungnahmen finden Sie im Wortlaut auf den Internetseiten der Leibniz-Gemeinschaft unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/evaluierung/

Die Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 17.000 Personen, darunter 7.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,5 Milliarden Euro.

Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft

Christian Walther
Tel.: 030 / 20 60 49 – 42
Mobil: 0173 / 513 56 69
walther@leibniz-gemeinschaft.de

Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de

veröffentlicht von am 29. Nov 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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