Künstliche Intelligenz eröffnet große Chancen für Zeitungsverlage / BDZV und VBZV mit Special zu Roboterjournalismus bei den Medientagen München





Künstliche Intelligenz (KI) durchzieht bereits den
gesamten Alltag. Jeder hat täglich Kontakt damit, etwa durch die
Auslese von Spam E-Mails. Das machte Johannes Schaback (Gründer
Visual Meta, Berlin) beim Special „Kollege Roboter – Wenn Künstliche
Intelligenz auf journalistische Kreativität trifft“ bei den
Medientagen München deutlich. Bei der gemeinsam von Bundesverband
Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und dem Verband Bayerischer
Zeitungsverleger (VBZV) veranstalteten Konferenz zeigte Schaback, in
wie vielen Bereichen Zeitungsunternehmen KI bereits anwenden können.
Dazu gehört die personalisierte Ansprache von Lesern und Kunden
ebenso wie die optimierte Ausspielung von Werbung, der Einsatz von
Roboterjournalismus oder smarten Paywalls und Dynamic Pricing. Der
Berliner Start-up-Unternehmer zeigte sich überzeugt, dass europäische
und deutsche Verlage die Chance hätten, diese zweite Welle der
Digitalisierung mitzugestalten und damit auf Augenhöhe mit den
Medienriesen in den USA zu agieren, wenn es um KI geht.

Über die praktische Anwendung im redaktionellen Alltag berichteten
Lars Reckermann (Chefredakteur „Nordwest-Zeitung“, Oldenburg) und
Saim Alkan (Geschäftsführer aexea, Stuttgart): „Mit
Roboterjournalismus erstellte Texte werden sicher keine
Pulitzer-Preise gewinnen“, erläuterte Reckermann. Aber das Werkzeug
ermögliche es der Redaktion, zahlreiche Stücke vor allem für den
digitalen Auftritt herzustellen, für die man ansonsten überhaupt
nicht die Manpower hätte. Beispielsweise Fußballberichte aus den
unteren Ligen, für die es extrem gute Zugriffszahlen gebe, oder
Wetterberichte, die die „Nordwest-Zeitung“ postleitzahlengenau fürs
Verbreitungsgebiet ausspielen könne.

Saim Alkan prognostizierte, dass „Dinge, die wir heute noch
ausschließen, morgen schon machbar sein werden“. Bestes Beispiel sei
der Auftrag eines Verlages, Polizeimeldungen mit Hilfe von
Roboterjournalismus redaktionell zu verarbeiten und zusätzliche
Informationen hinzuzufügen. Voraussetzung sei, dass die Verlage das
System trainieren. „Es ist keine Raketenwissenschaft. Das kann jeder
lernen.“ Dabei schwärmte der Manager von bisher ungehobenen
Potenzialen, zum Beispiel die automatisierte Übersetzung in andere
Sprachen: „Sie glauben gar nicht, wie groß der Markt für deutsche
Fußballtexte in China ist.“

Hintergrund: Auf der Agenda der Verlage hat das Thema
Roboterjournalismus bereits einen festen Platz: Rund ein Fünftel
geben an, Roboterjournalismus einzusetzen, zu testen oder den Einsatz
in der Redaktion zu planen. Dies war ein Ergebnis der gemeinsam von
BDZV und dem Beratungsunternehmen SCHICKLER vorgelegten Studie
„Trends der Zeitungsbranche 2017“.

Das Special von BDZV und VBZV orientiert sich an dem Motto der 31.
Medientage München „Media, Trust, Machines – Vertrauen in der neuen
Mediengesellschaft“, die vom 24. bis 26. Oktober im ICM der Messe
München stattfinden. Dazu haben die Veranstalter mehr als 100 Panels,
400 Speaker und gut 80 Austeller bei der kongressbegleitenden Messe
angekündigt.

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Pressekontakt:
Hans-Joachim Fuhrmann
Telefon: 030/ 726298-210
E-Mail: fuhrmann@bdzv.de

Anja Pasquay
Telefon: 030/ 726298-214
E-Mail: pasquay@bdzv.de

Original-Content von: BDZV – Bundesverb. Dt. Zeitungsverleger, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 25. Okt 2017. gespeichert unter Medien/Unterhaltung, Verlag. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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