Glasfaserstadt Lauchhammer und LKG werden in Brüssel beim European Broadband Award 2017 geehrt





Lauchhammer, 30. November 2017 – Die Stadt Lauchhammer und der regionale Netzbetreiber LKG Lausitzer Kabelbetriebsgesellschaft mbH, Mitglied des Fachverbandes Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK), spielen beim Glasfaserausbau im ländlichen Raum nicht nur in Brandenburg eine Vorreiterrolle. Die Partner wurden jetzt mit ihrem Gemeinschaftsprojekt „Lauchhammer auf dem Weg zur Glasfaserstadt“ in diesem Jahr als Finalist des jährlich von der EU- Kommission vergebenen European Broadband Awards in Brüssel geehrt. Auch wenn Lauchhammer letztlich in der Kategorie „Territorialer Zusammenhalt in ländlichen und abgelegenen Gebieten“ einer mit fast 150 Mio. Euro aus dem Strukturfonds der EU geförderten Kommune in Griechenland knapp unterlag, konnten sich die Beteiligten über die Anerkennung durch die EU-Kommission freuen. „Dieses Projekt der Stadt und der LKG belegt eindrucksvoll, wie eine Kommune in einer strukturschwachen Region mit ortsansässigen Unternehmen und privatwirtschaftlichen Mitteln den Sprung in die Gigabit-Gesellschaft schaffen kann“, betonte FRK-Vorsitzender Heinz-Peter Labonte stellvertretend für das Lauchhammer-Projekt in seiner Erklärung anlässlich der Preisverleihung in Brüssel.

Lauchhammer kämpft seit Jahren im strukturschwachen Brandenburg um seine Zukunftsfähigkeit und Funktion als wichtiger Industrie-und Gewerbestandort an den Verkehrsachsen Paris-Warschau und Berlin-Prag-Wien. Daher entwickeln die Stadt und die LKG seit 2014 Lauchhammer und die angrenzenden ländlichen Ortsteile Grünewalde, Kleinleipisch und Kostebrau zur Glasfaserkommune. Nach dem Bau von Glasfasertrassen quer durch das Stadtgebiet wurden und werden die Glasfasern durch die LKG gleich bis in die Häuser verlegt. Dabei nutzt die LKG konsequent alle sich ergebenden Synergien durch Bauaktivitäten der Stadt, des Energieversorgers MitNetz sowie der WAL (Wasserverband Lausitz). Die angeschlossenen Haushalte können heute schon bis zu 200 Mbit/s schnelles Internet, Telefonie und innovative TV-Dienste nutzen. Damit erhalten in den Ortsteilen Grünewalde bis zu 1.300, in Kleinleipisch etwa 770 und in Kostebrau 500 Einwohner eine Internetversorgung, die weit über den aktuellen Vorgaben der Bundesregierung mit 50 Mbit/s und der EU von 30 Mbit/s liegen. Lauchhammer hat bei der Realisation passender zukunftsfähiger Rahmenbedingungen zudem besonders neue Ansiedlungen und junge Unternehmen fest im Auge So werden in allen Industrie- und Gewerbegebieten der Kommune inzwischen Internetzugänge bis zu 10 Gbit/s angeboten, wie sie bereits seit einiger Zeit u.a. von dem dänischen Windkraftanlagenbauer VESTAS und dem Bergbausanierer SGL genutzt werden.

Der direkte Glasfaserausbau in Lauchhammer wird überwiegend privatwirtschaftlich gestemmt. 93,3 Prozent der gesamten Investitionssumme stammen von privaten Investoren. Die restlichen Gelder wurden vom Land beigesteuert. „Lauchhammer belegt das Funktionieren des Subsidiaritätsprinzips. Aus einer lokalen und privaten Eigeninitiative heraus werden Breitbandprobleme und der Aufbruch in die Gigabitgesellschaft in einer ländlichen und bisher breitbandig benachteiligten Region ohne fehlgeleitete staatliche Beihilfen gelöst“, so Labonte weiter.

Am Beispiel Lauchhammer zeigt sich jedoch leider auch, wie in Brandenburg weiter die allermeisten wertvollen Fördermittel nicht zukunftsorientiert in das alte Telefonkabel und großflächigen Vectoringausbau der Telekom fließen. „Das Ergebnis der systematischen Verschwendung und Kanalisierung von Steuergeldern ist gerade in Grünewalde zu erleben, wo parallel und plötzlich zum LKG Gigabit-Glasfasernetz das alte Kupfernetz aufgerüstet wird, anstatt in bisher gar nicht versorgte Gemeinden zu investieren“, berichtete Bernd Nitzschner, Geschäftsführer der LKG, in Brüssel.

Als mittelständischer Kabelnetzbetreiber steht er in unmittelbarer Konkurrenz mit dem Riesen der Branche. Da in Brandenburg Vectoring großzügig mit öffentlichen Landes- und EU-Mitteln in dreistelliger Millionenhöhe gefördert wird und die bei Ausschreibungen gemachten Auflagen mittelständischen Unternehmen die Teilnahme verwehren, hat er täglich mit erheblichen Wettbewerbsnachteilen zu kämpfen. Er kritisiert darüber hinaus, dass mit diesen Mitteln bisher fast ausschließlich in die Aufrüstung des vorhandenen Zweidrahtkommunikationsnetzes mit Übertragungsraten von bis zu fünfzig Mbit/s investiert wurde. Dabei waren ursprünglich am Ausgang dieser Kabelverzweiger mindestens 50 Mbit/s vorgesehen. „Dass wir es gemeinsam mit der Stadt mit unserem Projekt trotz aller Widrigkeiten dennoch bis nach Brüssel geschafft haben, macht uns alle mit Recht besonders stolz“, sagte Nitzschner abschließend.

veröffentlicht von am 30. Nov 2017. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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