Fragen an einen Kinderbuchautor





Denkst du aktiv über deine Geschichten nach, um Ideen zu bekommen?
Ja und Nein… Mein erstes Kinderbuch „Dänisch lernen mit Julius dem Troll“ habe ich aus zwei Gründen geschrieben. Erstens habe ich Erwachsene in Dänisch unterrichtet und die Bücher die man am Markt findet, haben nicht ganz zu meinem Unterricht gepasst. Zweitens will ich, dass meine Kinder wieder besser dänisch reden und verstehen können. Mein Buch sollte sie dazu inspirieren.

Bei den folgenden Büchern waren die Motive sehr unterschiedlich, warum ich sie geschrieben habe. Ich habe Pädagogik studiert und in einem Hort einige Workshops zum Thema Mittelalter gemacht, daher habe ich einem Buch über dieses interessante Thema geschrieben. Auch die Idee zum Zirkusbuch stammt aus meiner Zeit im pädagogischen Bereich. Mein Weltallbuch habe ich für eine meiner Töchter geschrieben.

Wo schreibst du? Schreibst du mit einem Stift oder mit dem PC?
Ich mache meistens Skizzen und Brainstorming auf einem Blatt Papier. Danach setze ich mich an den Computer und lege los. Eigentlich mache ich oft erst einige Illustrationen zu meinen Brainstorming-ideen und erst danach kommt der Text.

Was machst du gegen Schreibblockaden?
Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal bekomme ich kurz nach dem Start eine Schreibblockade, dann lege ich meistens das Buch zu Seite und wende mich anderen Ideen zu. Oft schreibe ich an mehreren Büchern gleichzeitig. Im Moment habe ich 13 offene Ideen in meiner Arbeitsmappe. Manche werden wohl nie zu einem Buch werden. An anderen arbeite ich bereits seit zwei Jahren.

Wenn ich aber die erste Hälfte vom Buch geschrieben habe, dann lege ich nie ein Buch wieder in die Akte, sondern dann will ich es fertig haben. Ich arbeite dann meistens Tag und Nacht an dem Buch, bis es fertig ist.

Zu welcher Tageszeit schreibst du, und warum?
Ich schreibe meistens zu zwei Tageszeiten. Morgens und nachmittags. In der Früh trinke ich mit meiner Frau einen Kaffee, dann fängt sie an die Zeitung zu lesen. Unsere Kinder wollen an Wochenenden dann fernsehen und so habe ich Ruhe zum Schreiben. Am Nachmittag ist fast das gleiche Ritual. Wir trinken einen Kaffee, dann setzten wir uns beide vor den Computer und arbeiten ein Stunde oder zwei.

Hörst du dabei Musik?
Manchmal schaltet meine Frau Musik ein. Stört mich nicht wirklich. Ich habe ein sehr gutes selektives Gehör, wie die meisten Männer.

Warum schreibst du? Wann hast du angefangen zu schreiben?
Angefangen habe ich 2008. Meistens schreibe ich für meine Kinder. Sie mögen meinen kleinen Troll Julius und wollen alle ein Buch von ihm haben. Jeder natürlich mit einem eigenen Thema. Unsere kleinste Tochter liebt Ritter und daher hat sie natürlich „Julius der Troll im Mittelalter“ bekommen. Unsere zweitjüngste Tochter liebt Prinzessinnen, Seiltänzerinnen etc. Sie hat „Julius der Troll geht in den Zirkus“ bekommen. Unsere Drittjüngste ist fasziniert vom Weltall. Für sie habe ich „Julius der Troll im Weltall“ geschrieben. Die letzten drei Kinder haben noch keine Bücher bekommen. Ideen sind schon da, aber alles will ich noch nicht verraten.

Hast du noch einen „richtigen“ Job? Wenn ja, wie bringst du das unter einen Hut?
Ich habe bis jetzt immer einen richtigen Job nebenbei gehabt. Meine 9 Bücher habe ich in meiner Freizeit geschrieben. Leider kann ich noch nicht von meinen Hobby leben, aber es ist mein großer Traum.

Hast du immer Spaß beim Schreiben?
Manche Leute spielen Tennis oder Fußball. Ich schreibe Bücher. Erste Priorität hat meine Familie. Zeit mit Ihr zu verbringen, macht so viel Spaß und inspiriert mich zu vielen weiteren Büchern. Mein Kopf ist voll mit Ideen. Es macht mir so viel Spaß diese umzusetzen. Oft kommen auch direkt Ideen von meinen Kindern mit in die Bücher. Oft sitzt meine kleinste Tochter auf meinem Schoß, wenn ich schreibe. Sie erzählt mir dann was noch fehlt. Was noch unbedingt dabei sein muss. Es macht ihr sehr viel Spaß und sie freut sich meistens noch mehr als ich auf das erste Exemplar. Sie schaut dann ständig nach der Post. Das finde ich so süß.

Wer sind deine Lieblingsschriftsteller und warum?
Dan Brown und Joanne Rowling. Ich Liebe Spannung und Fantasie und diese beiden erfüllen alle meine Wünsche. Früher hat meine Frau auch viel für diverse Magazine geschrieben. Das hat mir sehr gefallen. Sie schreibt so viel besser als ich. Ich liebe die Art wie sie formuliert.

Wie gut findest du dich selbst? Gefallen dir immer deine eigenen Sachen?
Hmm… Ich habe wie alle anderen Menschen, Sachen die ich gut kann und Sachen die ich nicht so gut kann. Ich liebe es, Illustrationen zu machen. Das macht Spaß und meistens bin ich zufrieden mit dem Resultat, aber nicht immer. Dann bleibe ich aber daran, bis es mir so gelingt, wie ich es haben will. Werbetexte zu schreiben oder direkten Kontakt mit Buchhändlern, Verlagen etc. aufzunehmen liegt mir gar nicht. Es würde mich viel weiter bringen, wenn ich das endlich lernen würde, aber es ist schwierig diese Schwelle zu überschreiten.

Kennst du deine Charaktere alle in- und auswendig?
Die meisten Charaktere sind inspiriert von unserem Umfeld. Freunde und Familie. Das macht es einfacher sie voneinander zu halten, aber es ist trotzdem nicht immer einfach.

Wer sind deine ersten Probeleser?
Meine Kinder lesen oft kleine Ausschnitte vom Buch, bevor es überhaupt fertig ist. Danach ist meine Frau daran. Sie liest Korrektur. Deutsch ist ja nicht meine Muttersprache und ich mache weiterhin einige Fehler. Speziell bei den Artikeln.

Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Ich bin sehr impulsiv und kreativ. Ich habe so viele Ideen in meinem Kopf. Von ganz kleinen Themen für das nächste Buch bis hin zu einem eigenen Modelabel, Spielzeugserie, Workshops, Vergnügungspark etc. Nur das notwendige „Kleingeld“ fehlt noch.

Mein größtes Manko liegt im Kontakt zu anderen Menschen. Trotz meiner Leidenschaft für das Thema „Julius der Troll“ fehlt mir der Mut, Sponsoren und Kunden anzusprechen. Ich habe sehr große Ansprüche an mich selbst und habe Angst diese nicht erfüllen zu können.

Selbstzweifel glaube ich, kennen die meisten, neuen Autoren. Gefallen meine Bücher den Kunden? Jedes verkaufte Buch tut daher sehr gut. Bis jetzt habe ich eigentlich nur positive Rückmeldungen, aber trotzdem weiß man nie. Vielleicht gibt es den einen oder anderen, dem meine Bücher nicht gefallen. Die negativen Stimmen haben immer irgendwie mehr Gewicht als all die positiven. Leider.

Danke für das Interview.
Ebenfalls. Es hat mich sehr gefreut.

Bücher von Martin Nyenstad: Der Schmerz der Kindheit, Dänisch lernen mit Julius dem Troll, Zeichnen mit Julius dem Troll, Englisch lernen mit Julius dem Troll, Julius der Troll im Mittelalter, Julius der Troll geht in den Zirkus, Julius der Troll im Mittelalter, Julius der Troll geht in den Kindergarten, Julius der Troll – die gesammelten Werke.

veröffentlicht von am 26. Aug 2014. gespeichert unter Literatur, Zirkus. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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