Europa an der Grenze: „ZDFzoom“über Flüchtlingspolitik (FOTO)





Die Anzahl der Flüchtlinge, die in diesem Jahr nach Deutschland
gekommen sind, ist stark gesunken. Die Hauptgründe dafür: das
Schließen der Balkanroute und das Abkommen mit der Türkei vom März
2016. Doch noch immer sitzen viele Flüchtlinge vor allem in Italien
und Griechenland fest – die Staaten an der EU-Außengrenze fühlen sich
in dieser Hinsicht allein gelassen. Denn die EU hat noch keine
schlüssigen Konzepte dafür, wie sie die Flüchtlinge auf andere Länder
verteilt. „ZDFzoom“ blickt am Mittwoch, 15. November 2017, 22.45 Uhr,
auf „Europa an den Grenzen“ und beleuchtet „Das Chaos in der
Flüchtlingspolitik“.

Die EU lässt es sich viel Geld kosten, damit andere Länder wie die
Türkei und Libyen weitere Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa
aufhalten. Der umstrittene, milliardenschwere Deal zwischen der EU
und der Türkei funktioniert besser, als von vielen Kritikern
erwartet, vor allem in den Ferienmonaten. Doch seit die Sommerferien
vorbei sind, erreichen wieder deutlich mehr Schlauchboote die
griechischen Inseln in der Ägäis. Bis Mitte Oktober 2017 haben laut
„International Organisation of Migration“(IOM) 145.000 Flüchtlinge
Europa über das Mittelmeer erreicht. „ZDFzoom“-Autor Torsten
Mehltretter begleitet deutsche Bundespolizisten, die die griechische
Küstenwache an der griechisch-türkischen Seegrenze unterstützen. Fast
jede Nacht müssen sie Flüchtlinge aus seeuntüchtigen Schlauchbooten
retten, sofern die sich überhaupt retten lassen wollen. Denn für die
Flüchtlinge ist im Dunkel der Nacht manchmal nicht zu erkennen, ob es
sich um ein türkisches oder ein deutsches Polizeiboot handelt.

Die Zustände im so genannten Hotspot auf der griechischen Insel
Samos gleichen bereits wieder denen im Jahr 2015. Untergebracht in
Zelten oder unter Planen warten die Flüchtlinge auf ihre
Asylverfahren – und in Kürze beginnt die regenreiche und kalte
Jahreszeit. Trotz Geld aus Brüssel gerät Griechenland an seine
Grenzen. Die steigende Anzahl von Flüchtlingen überfordert die
Einheimischen und die versprochene Umverteilung der Flüchtlinge, die
die EU 2015 beschlossen hat, kommt nicht wie versprochen voran. Nach
EU-Recht müssen Asylanträge dort bearbeitet werden, wo sie gestellt
wurden. „Ein absurdes System“, sagt Gerald Knaus, Leiter der
Denkfabrik „Europäische Stabilitätsinitiative“ (ESI). Er hat den Deal
der Türkei mit der EU mit erdacht. Im Interview mit „ZDFzoom“
kritisiert Knaus, dass der zweite wichtige Schritt in der
Flüchtlingspolitik der EU nicht gemacht worden sei: Eine Reform des
so genannten Dublin-Systems, das die Verteilung von Flüchtlingen
regelt, werde von einigen EU-Ländern erfolgreich blockiert.

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veröffentlicht von am 13. Nov 2017. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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