Ensemble Chanteresse zu Gast im Kulturlandhaus





Die Bilder hatten gerade laufen und sprechen gelernt, da betrat in den 30er- und 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts ein ganz neues Filmgenre die Bühne der öffentlichen Lichtspielhäuser und – via Radio und Schallplatte – die heimischen Wohnzimmer: Die Tonfilmoperette mit ihren bis heute unvergessenen Melodien avancierte binnen Kurzem zur neuen Massenunterhaltung. Lebensprall, augenzwinkernd und mit einer gehörigen Prise Melancholie und Sehnsucht gewürzt, träumte ganz Deutschland in diesen Jahrzehnten Seite an Seite mit Stars wie Zarah Leander, Evelyn Künneke und Heinz Rühmann von der großen Liebe ebenso wie den kleinen Alltagsfreuden. Diese mittlerweile zu Evergreens gewordenen „Ohrwürmer“ setzten damals einen „leichtfüßigen Kontrapunkt“ zu den nicht immer einfachen Zeiten.

Standing Ovations und Tränen der Rührung: Wo immer das hochkarätige Ensemble Chanteresse seine moderierte Bühnenshow „Sing, Nachtigall, sing – Unvergessene Melodien der Tonfilmoperette“ präsentiert, wird es vom Publikum geliebt und umjubelt. Das knappe Dutzend überaus sympathischer Sängerinnen und Sänger – einfühlsam begleitet von einem Pianisten – entführt die Zuhörer mit beliebten Evergreens aus den Jahrzehnten vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in die beschwingte Welt der „leichten Muse“.

Das Ensemble Chanteresse besteht sämtlich aus Studierenden der Musikhochschule Lübeck. Das Projekt „ Tonfilmoperette“ der Gesangsklasse Michael Gehrke wurde in Szene gesetzt von Prof. Stephanie Koch. Was auf der Bühne so leicht aussieht, muss zuvor hart erarbeitet werden. Gerade dieses scheinbar so leichtfüßig daherkommende Musikgenre stellt hohe Anforderungen an die jungen Gesangssolist(inn)en: Akribie und Sorgfalt bei der Inszenierung sind ebenso unerlässlich wie profundes Stilempfinden bei der Darbietung – um den schmalen Grat niveauvoller musikalischer Unterhaltung nicht zu verlassen.

Obwohl es das – nicht nur als Liedtitel, sondern auch historisch – nur einmal gab, durch- und überschreitet die wunderbar nostalgisch anmutende, dabei sehr zeitgemäß inszenierte musikalische Revue des international besetzten Ensemble Chanteresse unerschrocken sowohl Zeit und Raum wie auch so manche Ländergrenze. „Ein Freund, ein guter Freund“ werden nun ein Brasilianer, ein Chinese und ein Norddeutscher. Während eine Dänin „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ ist und der „bel’ ami“, der so viel „Glück bei den Frau’n hat“, aus Chile stammt. Das alles kann einen Seemann natürlich nicht erschüttern, denn „So oder so ist das Leben“. Die jungen Sängerinnen und Sänger lassen für das Publikum ein Lied um die Welt gehen, bringen vertraute Melodien wie Nachtigallen neu zum Klingen und lassen in schwungvollen Evergreens das eine oder andere kleine Wunder geschehen. „Denn in uns allen blüht die Sehnsucht nach dem Einen, von dem wir meinen, es wär das Glück“ … der großen Liebe!

veröffentlicht von am 16. Jun 2014. gespeichert unter Aufführung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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