Dreiteiliges TV-Krimidrama um den wahren Fall einer verschwundenen Frau aus Niedersachsen und Begleit-Dokumentation entstehen für den NDR





„Das Geheimnis des Totenwaldes“ – so lautet der
Arbeitstitel des dreiteiligen Familien- und Kriminaldramas, das
ConradFilm und Bavaria Fiction für den NDR herstellen werden. Die
Geschichte beruht auf Motiven eines der mysteriösesten Kriminalfälle
der deutschen Nachkriegsgeschichte, der bis heute alle Beteiligten in
Atem hält: 1989 verschwindet die Schwester eines hochrangigen
Hamburger Polizisten spurlos aus einer Kleinstadt in Niedersachsen.
Kurz zuvor sind in einem nahegelegenen Erholungsgebiet zwei Paare
grausam ermordet worden. Einen Zusammenhang zwischen den Mordfällen
und dem Verschwinden sieht die örtliche Polizei nicht. Ein Irrtum,
wie sich 28 Jahre später herausstellt.

Autor des Dramas ist Stefan Kolditz. Der Grimme-Preisträger gilt
als einer der renommiertesten deutschen Autoren. Er verfasste u. a.
die Drehbücher des Dreiteilers „Unsere Mütter, unsere Väter“, der in
New York mit einem International Emmy ausgezeichnet wurde. Zu seinen
weiteren Arbeiten gehören preisgekrönte Projekte wie der Kinofilm
„Nackt unter Wölfen“, der NDR „Tatort: Verbrannt“ oder das
Ost-West-Drama „An die Grenze“. Wann die Dreharbeiten für „Das
Geheimnis des Totenwaldes“ beginnen, steht noch nicht fest.

Die Geschichte: Ein beliebtes Waldgebiet in Norddeutschland wird
über Nacht zum „Totenwald“ – innerhalb von wenigen Wochen werden dort
im Sommer 1989 zwei ermordete Liebespaare entdeckt. Die Polizei
ermittelt intensiv, die Öffentlichkeit ist schockiert. Als wenig
später eine Frau verschwindet, zeigt die ermittelnde Polizeibehörde
jedoch wenig Interesse an intensiven Nachforschungen. Sie hat
vielmehr schnell einen Verdächtigen gefunden: den Ehemann der
Verschwundenen, der seine Frau aus finanziellen Motiven umgebracht
haben soll. Einen Beweis dafür gibt es allerdings nicht. Der Bruder
der Verschwundenen, selbst ein hochrangiger Kripo-Mann, hegt hingegen
einen anderen Verdacht. Für ihn ist nicht der Ehemann, sondern ein
vorbestrafter Gewaltverbrecher für das Verschwinden seiner Schwester
verantwortlich. Als endlich auch die Staatsanwaltschaft diese
Richtung einschlägt, nimmt sich der Verdächtige in der
Untersuchungshaft das Leben. Die Ermittlungen werden umgehend
eingestellt, sichergestellte Beweismittel vernichtet. „Gegen Tote
wird nicht ermittelt“, so die ernüchternde Aussage. Formaljuristisch
korrekt, aber dennoch ein ungeheuerlicher Vorgang, denn wesentliche
Fragen sind noch offen – z. B. die nach einem wahrscheinlichen
Mittäter. Den Bruder der Verschwundenen lässt der Fall nicht los.
Nach seiner Pensionierung ermittelt er mit Unterstützung ehemaliger
Kollegen über Jahre auf eigene Faust weiter. Dabei stößt er auf
zahlreiche Ungereimtheiten, Rätsel und Ermittlungsfehler und findet
schließlich nach 28 Jahren die Leiche der Schwester. Ist er damit
auch dem Geheimnis des Totenwaldes auf der Spur?

Im NDR zeichnen Fernsehfilmchef Christian Granderath und Redakteur
Christoph Pellander für das dreiteilige Kriminaldrama verantwortlich.
Produzenten sind Marc Conrad (ConradFilm) und Jan S. Kaiser (Bavaria
Fiction), ausführende Produzentin ist Maren Knieling (Bavaria
Fiction).

Wolfgang Sielaff (Bruder der Vermissten und früherer Leiter des
Hamburger Landeskriminalamtes sowie Polizeichef in der Hansestadt)
und Reinhard Chedor (ebenfalls ehemaliger Leiter des LKA Hamburg)
werden der Produktion als Berater zur Seite stehen.

Christian Granderath, Leiter der NDR Abteilung Film, Familie und
Serie: „Wir arbeiten bereits seit dem vergangenen Jahr an dieser
packenden Geschichte. Der NDR wird diesen berührenden und
einzigartigen Film über Opfer, Täter und Polizisten im Rahmen eines
Dreiteilers realisieren, der mit großer Sensibilität auch ein
besonderes Augenmerk auf die Hinterbliebenen eines Verbrechens
richtet.“

Marc Conrad und Jan S. Kaiser (Produzenten): „Wir begleiten einen
Herkules und seine Freunde auf einer kriminalistischen
Entdeckungstour durch eine jahrzehntealte Wüste verdorrter Indizien.
Wir entdecken dabei, wie die unfassbare Dimension eines ausufernden
Verbrechens sich für alle Beteiligten in eine Höllenfahrt verwandelt.
Diesem Unfassbaren nun eine Gestalt zu geben, ist die größte
Herausforderung, und wir freuen uns, dass der NDR und wir hierfür
Stefan Kolditz gewonnen haben.“

Parallel zum Mehrteiler arbeitet der NDR bereits an einer
Langzeit-Dokumentation zu diesem Fall. Autor der NDR Eigenproduktion
ist Björn Platz, redaktionell verantwortlich ist Florian Müller aus
dem NDR Programmbereich Kultur und Dokumentation. Dr. Katja
Wildermuth, Leiterin des Programmbereichs: „Selten ist die wahre
Geschichte hinter einem fiktionalen Projekt packender und besser
dokumentiert als hier. Unsere Reporter begleiten die Arbeit der
Ermittler seit Monaten mit der Kamera und werden eine authentische
Dokumentation mit vielen Informationen und Details erarbeiten.“

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Iris Bents
Tel: 040-4156-2304

http://www.ndr.de
https://twitter.com/NDRpresse

Original-Content von: NDR Norddeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 6. Okt 2017. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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