„Die Menschen gegen die Menschlichkeit“





Wer kennt ihn nicht: Mephisto, den Herrn der Hölle. Schon in Goethes Drama „Faust“ spielt er den Verführer, den Teufel, der Heinrich Faust ganz neue Welten eröffnet. Auch in der neuen Produktion des Live act Ensembles „Dr. H. Fist ? Hier bin ich Mensch, hier darf ich?s sein“ (eigens geschrieben und von Leonie Bredl inszeniert) eröffnet er dem Publikum andere Perspektiven ? doch dieses Mal geht es nicht nur um die Figuren im Stück, sondern auch um die Zuschauer selbst. Sie sollen in den von ihm vorgehaltenen Spiegel blicken. Und der zeigt ein buntes Spektakel aus collagenartig angeordneten Szenen mit Schauspiel, Choreografie und Gesang. Dabei tauchen nicht nur weitere bekannte Gestalten aus Geschichte und Literatur auf, wie William bzw. Wilhemina Shakespeare (Carolyn Owen), Robin Hood (Dennis Dammenmüller), Dr. Jekyll/Mrs. Hyde (Annabel Sarah), Dracula ? Verzeihung: Graf Dracula (Stefan Dörschel), Adolf Hitler/Charlie Chaplin (Larissa Zindel) und Faust persönlich, der jetzt zum Rapper „Dr. H. Fist“ (Lukas Oberhuber) geworden ist und immer von seinen „Chicas“ (Nadja Weiß, Tanja Peters) begleitet wird; auch die Nonne Margret (Elizabeth Kilombe Müller), Mephistos Hund bzw. Diener Valentin (Fabienne Introini) und des Teufels Töchter Devilin (Melissa Perilli) und Lucia (Aleksandra Simic) spielen eine zentrale Rolle.

Zwischen den beiden Schwestern hat sich ein Streit über „Gut“ und „Böse“ entwickelt, und während Lucia ihrer Schwester beweisen möchte, dass es gute Menschen auf der Welt gibt und nicht alles nur schlecht und böse ist, versucht Devilin, sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Als alle Persönlichkeiten immer wieder aufeinandertreffen und über das Leben und den Menschen diskutieren und philosophieren, bereitet Mephisto (Stefan Vitelariu) dem Ganzen ein jähes Ende. In der folgenden Schlussszene werden die Menschen, insbesondere die Zuschauer selbst, vor Gericht gestellt. Mit Lucia als Verteidigerin, Devilin als Staatsanwältin und diversen Figuren als Zeugen leitet Mephisto das Verfahren der „Menschen gegen die Menschlichkeit“. Und am Ende ist es Zeit, ein Urteil zu fällen?

Eine rasante Satire, bissig, zynisch und direkt, die Schauspieler nehmen kein Blatt vor den Mund und das Publikum bleibt dabei nicht unverschont. Doch auch Emotionen kommen nicht zu kurz und das Stück trifft den richtigen Nerv: Szenenapplaus und Standing Ovations am Ende der Premiere zollen den Schauspielern und der Regisseurin Tribut und sind hochverdient.

Das Stück wurde vom jungen Live act Ensemble in Eigenarbeit kreiert und umgesetzt. Das Ensemble feiert damit nicht nur den Abschluss eines Produktionsjahres, gleichzeitig stellt das Stück für einige Schauspieler den Abschluss zum „Staatlich anerkannten Schauspieler“ dar. Im geschichtsträchtigen Saal der Esslinger Scala, in dem schon Romy Schneider und Götz George Filmpremieren feierten, präsentieren sie ihr Können, das sie in drei Jahren Schauspielausbildung erworben haben. Einen besseren Start in die Laufbahn hätten sie sich nicht wünschen können!
http://www.liveact-akademie.com

veröffentlicht von am 6. Jul 2015. gespeichert unter Allgemein, Sonstige. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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