„Die Geburt prägt alles, was danach kommt“ Jetzt exklusiv in ELTERN: Interview mit Dr. Michel Odent, dem Nestor der modernen Geburtshilfe / Experte kritisiert aktuelle Entwicklungen





Dass wir unsere Babys heute in Gebärwannen oder an
Seilen hängend zur Welt bringen können, die Neugeborenen unmittelbar
nach der Geburt auf die Brust gelegt bekommen und auch nachts bei uns
behalten dürfen – das haben wir zu einem großen Teil Dr. Michel Odent
zu verdanken. Seit über 50 Jahren setzt sich der Arzt und
Wissenschaftler für eine neue, menschlichere Geburtshilfe ein. Der
Zeitschrift ELTERN gab er für ihre aktuelle Ausgabe (ab heute im
Handel) ein großes Exklusiv-Interview.

In dem Gespräch fordert der 1930 geborene Franzose, „dass wir der
Geburt in unserer heutigen Gesellschaft endlich wieder den Wert
beimessen, der ihrer Bedeutung entspricht: Die Geburt und die Zeit
unmittelbar davor und danach sind eine kritische Periode im Leben
jedes Menschen, die alles, was danach kommt, ganz entscheidend
prägt.“

Damit der Start ins Leben gelinge, brauche es Bedingungen, die in
den Augen des Experten immer seltener würden, obwohl sie eigentlich
simpel seien: „Damit eine Frau gebären kann, muss sie sich erstens
geborgen fühlen und zweitens in Ruhe gelassen werden. Keine Worte im
Geburtszimmer!“

Aber Frauen würden heute nicht mehr daran glauben, dass sie die
Fähigkeit haben, ihre Kinder zur Welt zu bringen. Dr. Odent: „In
unserer Kultur gilt es als gesetzt, dass eine Geburt eine
Gemeinschaftsaufgabe ist. In den Kliniken stehen die Ärzte bereit und
haben das Gefühl, Frauen durch die Geburt helfen zu müssen, die das
wunderbar allein hinkriegen würden.“

Der Wissenschaftler geht noch weiter – er sieht einen direkten
Zusammenhang zwischen den Veränderungen der Geburtshilfe in den
vergangenen Jahrzehnten und verschiedenen gesellschaftlichen und
gesundheitlichen Problemen: „Durch die Gabe von Hormonen wird heute
sehr häufig in den Geburtsverlauf eingegriffen. Das Ergebnis ist,
dass Mutter und Baby um jene tiefen Glücks- und Liebesgefühle
gebracht werden, die mit einer Geburt ohne Intervention ganz
selbstverständlich einhergehen. Ich mache mir dabei nicht so sehr
Sorgen um das einzelne Baby. Liebevolle Eltern können fast alles
kompensieren. Aber ich mache mir Gedanken darüber, was es für uns als
Gesellschaft bedeutet, wenn der Großteil unserer Bevölkerung eine
Erfahrung verpasst, die sowohl für unsere Gesundheit als auch für die
Entwicklung unserer Beziehungs- und Liebesfähigkeit nachweislich
entscheidend ist.“

Das vollständige Interview erscheint in der aktuellen ELTERN.

Pressekontakt:
Stefanie Hauck
Referentin PR/Kommunikation
Verlagsgruppe AGENDA München
Gruner + Jahr AG & Co KG
Tel +49 (0) 89 – 4152-560
hauck.stefanie@guj.de

veröffentlicht von am 13. Feb 2013. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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