Deutscher Dokumentarfilmpreis 2015 vergeben Auszeichnung für „Song from the Forest“ von Michael Obert / Preisvergabe mit Staatssekretär Jürgen Walter und SWR-Fernsehdirektor Christoph Hauser





Der Preisträger des „Deutschen
Dokumentarfilmpreises 2015″, den der Südwestrundfunk (SWR) und die
MFG Filmförderung Baden-Württemberg in diesem Jahr zum vierten Mal
vergeben, steht fest: Der Hauptpreis und damit das Preisgeld von
20.000 Euro gehen an den Autor und Regisseur Michael Obert für seinen
Dokumentarfilm „Song from the Forest“. Der Film porträtiert den
Amerikaner Louis Sarno, der vor Jahrzehnten zu den Bayakam
(Waldmenschen in Zentralafrika) übergesiedelt ist. Er begleitet ihn
in seinem Alltag und auf einer gemeinsamen Reise mit seinem Sohn
Samedi nach Amerika. Es ist ein Film, in den die wichtigen Themen des
21. Jahrhunderts vorkommen: Heimat, Identität, Entfremdung,
Interkulturalität, Globalisierung – und auch die Liebe. Die Jury
begründet ihre Entscheidung so: „,Song from the Forest– porträtiert
mit entschlossenem Feingefühl die Suche nach dem Einssein mit einer
menschlichen Gemeinschaft und mit der Natur. Aber Bilder der
Geborgenheit stellt er neben Zeugnisse des Entschwindens und
Zerbrechens. Allmählich wird klar, dass die Welt, die Sarno einst in
Bann geschlagen hat, nur noch in Resten existiert.“

Der Förderpreis des Hauses des Dokumentarfilms in Höhe von 3.000
Euro geht an „Am Kölnberg“ von Laurentia Genske und Robin Humboldt.
Die Jury befindet: „Das Entscheidende des Filmemachens kann man nicht
lernen; es ist der Blick, mit dem wir auf die Welt schauen. Es ist
die Art und Weise; wie wir die Menschen betrachten; welchen Raum wir
ihnen geben; es ist der Rhythmus, den wir finden jenseits von
Modernismen und doch in der Zeit. Es ist das Besondere in uns. Wir
waren einstimmig der Meinung, dass diesen beiden jungen Filmemachern
der Nachwuchspreis gehört. Wir wollen mehr Filme von ihnen sehen.“

Den mit 2.000 Euro dotierten Preis der Stadt Ludwigsburg erhält
Marc Bauder für den Dokumentarfilm „Der Banker – Master of the
Universe“. In der Jurybegründung heißt es: „Marc Bauder gelingt mit
seinem Film etwas Großes. Er findet den dokumentarischen Schlüssel zu
einem Thema, das in seinen Details als komplexes Rätsel vor einem
steht.“

Bei der Preisverleihung heute (18. Juni 2015) in Ludwigsburg
beglückwünschte Staatssekretär Jürgen Walter die Preisträger: „Der
Dokumentarfilm boomt. Mit neuen innovativen Methoden erreicht er
zunehmend auch ein junges Publikum. Baden-Württemberg ist
diesbezüglich bestens aufgestellt.“ Die Filmakademie
Baden-Württemberg in Ludwigsburg biete exzellente
Ausbildungsbedingungen und mit der MFG Filmförderung habe das Land
eine engagierte Förderinstitution, die der Unterstützung des
Dokumentarfilms große Bedeutung beimisst. Zudem bündele das Haus des
Dokumentarfilms in Stuttgart als deutschlandweit einmalige
Einrichtung die Kompetenzen in diesem Bereich.

SWR-Fernsehdirektor Christoph Hauser betonte: „Die diesjährigen
Nominierungen belegen eindrucksvoll die positive Entwicklung des
Genres: Nie waren Dokumentarfilme so visuell attraktiv wie heute, nie
wurden Geschichten dokumentarisch variantenreicher erzählt. Als
engagierter Dokumentarfilmsender wird sich der SWR auch zukünftig für
das Genre des Dokumentarischen stark machen und Rahmenbedingungen
schaffen, in denen sich die Qualität und Einzigartigkeit des
Dokumentarfilms entwickeln und entfalten können.“

Irene Klünder, Geschäftsführerin des Hauses des Dokumentarfilms:
„Die Zukunft des filmisch Dokumentarischen hat erst richtig begonnen
– durch die Möglichkeit eines jeden Einzelnen, filmen zu können und
durch die Einfachheit, dieses Gefilmte vielen Menschen zugänglich zu
machen. Dies ist noch lange nicht ausentwickelt in der Technik und in
den Konsequenzen, beides zusammen aber – das Filmen und die einfache
Verbreitung – sind in der Summe bislang noch unfassbar in den
Auswirkungen, auch im Hinblick auf gesellschaftliche Strömungen.“

Die Entscheidungen traf eine unabhängige Jury: Aelrun Goette
(Filmemacherin), Christian Frei (Filmemacher), Astrid Schult
(Filmemacherin), Thomas Klingenmaier (Stuttgarter Zeitung), Heinz
Badewitz (Hofer Filmtage), Prof. Stephan Krumbiegel (Filmuniversität
Babelsberg Konrad Wolf), Fidelis Mager (megaherz GmbH).

Der Deutsche Dokumentarfilmpreis wird alle zwei Jahre vom
Südwestrundfunk (SWR) und der MFG Filmförderung Baden-Württemberg
gestiftet. Die Preisverleihung findet regelmäßig im Rahmen des vom
Stuttgarter Haus des Dokumentarfilms (HDF) organisierten
Branchentreffs DOKVILLE statt. In der Session 2015 war erstmals die
Direkteinreichung durch Autoren, Regisseure oder Produzenten möglich.
Aus den 140 Einsendungen wählte eine Vorjury 20 Produktionen aus, die
der Hauptjury vorgelegt wurden. Diese nominierte 12 Produktionen und
wählte daraus schließlich die drei Preisträgerfilme aus. Das aktuelle
Reglement sowie weitere Informationen und Hintergründe zum Deutschen
Dokumentarfilmpreis finden sich unter
deutscher-dokumentarfilmpreis.de.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des
„Deutschen Dokumentarfilmpreises“: Astrid Kuck, Tel. 07221 929-22919,
E-Mail: dokumentarfilmpreis@swr.de

Song from the Forest

Ein Film von Michael Obert, Länge: 96 Minuten. Eine Produktion von
Tondowski Films & Friends in Koproduktion mit ma.ja.de filmproduktion
und dem Westdeutschen Rundfunk. Gefördert von Medienboard
Berlin-Brandenburg. Deutschland 2013

Am Kölnberg

Ein Film von Robin Humboldt und Laurentia Genske, 85 Minuten. Eine
Produktion der Kunsthochschule für Medien Köln. Deutschland 2014

Der Banker – Master of the Universe

Ein Film von Marc Bauder, Länge: 90 Minuten. Eine bauderfilm
Produktion in Koproduktion mit Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
GmbH, dem Hessischen Rundfunk und dem Südwestrundfunk in
Zusammenarbeit mit ARTE. Gefördert von Hessischer Filmförderung und
Fernsehfonds Austria. Deutschland/Österreich 2013

Pressekontakt:
Pressekontakt SWR: Daniela Kress, Telefon 07221 929-23800, E-Mail:
daniela.kress@swr.de
Pressekontakt MFG Filmförderung: Uwe Rosentreter, Telefon 0711
90715-407, E-Mail: rosentreter@mfg.de
Pressekontakt Haus des Dokumentarfilms: Thomas Schneider, Telefon
0711 997808, E-Mail:
th.schneider@swr.de

veröffentlicht von am 18. Jun 2015. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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