Das Erste: Weltspiegel – Auslandskorrespondenten berichten Am Sonntag, 29. Oktober 2017, 19:20 Uhr vom SWR im Ersten





Moderation: Ute Brucker

Geplante Themen:

Saudi-Arabien: Mehr Freiheit für Frauen
Freier, nur weil sie bald ein Auto lenken darf? „Ja!“ freut sich
Designerin Rotana Al Hashimi: „Jetzt bin ich endlich frei. Ich kann
bald zum Einkaufen fahren, in mein Büro, ganz wie ich will – ich
brauche keinen Fahrer mehr“. Endlich fällt das unsinnige Fahrverbot
für Frauen in Saudi-Arabien. Ab Juni 2018 dürfen sie auch im
Königreich am Golf Autofahren. Für wohlhabende Frauen: ein
Befreiungsschlag. Für Andere: eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Nouf Al Subhi, arbeitslos, macht gerade bei einer Stiftung eine
Umschulung zur Silberschmiedin. Auch hier tut sich etwas in
Saudi-Arabien: Frauen bekommen mehr und mehr Zugang zu Männerdomänen,
im Handwerk, in der Industrie oder im Management. Doch um zu ihrem
Kurs zu kommen, braucht Nouf einen Fahrer, denn öffentlichen
Nahverkehr gibt es nicht in Jeddah. Die 120 Euro im Monat für das
Sammeltaxi sponsert ihre Familie. Geld, das sie lieber sparen würde,
um irgendwann ein eigenes Auto zu kaufen. Es herrscht
Aufbruchsstimmung bei den Frauen im ganzen Land. „Früher konnten uns
die Männer das Leben wirklich schwer machen und uns alles verbieten –
jetzt haben wir mehr Rechte und es wird hoffentlich noch weiter
aufwärts gehen!“
Eine Reportage von Ute Brucker (SWR)

Russland: Sibiriens Moore brennen
Seit elf Jahren zieht Tag für Tag Rauch durch Dörfer und Städte. In
Sibirien brennen zahlreiche Moore und es wirkt, als hätten die
lokalen Behörden, die Bürgermeister und Bezirksvorsteher den Kampf
aufgegeben. So zumindest empfinden es Umweltaktivisten, die
verzweifelt versuchen die vielen Brandherde zu löschen. Eine
Sisyphos-Arbeit, bei der sie kaum Unterstützung finden. „Früher in
der Sowjetunion“ – sagt ein russischer Greenpeace-Mitarbeiter –
„löschte jeder Kolchos selbst auf seinem Gebiet. Doch jetzt fühlt
sich niemand mehr verantwortlich für staatliches Land.“ Das Problem:
Viele Moore sind über Jahre nicht geflutet worden, trockneten aus.
Jetzt genügt ein Funke und sie brennen. Sie zu löschen ist extrem
aufwendig. Bis zu tausend Liter Wasser für einen einzigen
Quadratmeter braucht man, um den Torfbrand auch in der Tiefe zu
bändigen. Fehlendes Geld, fehlendes Gerät, fehlendes Interesse.
Apathie lähmen die Region.
ARD-Korrespondent (Studio Moskau) Udo Lielischkies hat vor Ort
verzweifelte Umwelt-Aktivisten begleitet.

Spanien: Robin Hood für Obdachlose
Eigentlich sieht es aus wie ein schmuckes typisches Lokal in der
Altstadt Madrids. „Robin Hood“ – steht auf dem Schild. Niemand, der
hierher kommt, muss allerdings fürchten, ausgeraubt zu werden. Der
Name ist dennoch Programm: Reiche zahlen für Arme. Entwickelt hat das
Konzept ein umtriebiger katholischer Pfarrer. Andre Àngel wünscht
sich eine „arme Kirche, Eine, die für die Bedürftigen da ist“. Was
tagsüber in seinem Restaurant als Gewinn erwirtschaftet wird, geht
abends in das Essen für Obdachlose und Notleidende. Um an die
gedeckte Tafel zu kommen, wird von ihnen jedoch eine Gegenleistung
erwartet. Sie sollen zeigen, dass sie in ihrem Leben etwas verändern
wollen. Eine Arbeit suchen oder sich zumindest ordentlich kleiden.
Den Willen zeigen, in Würde zu leben.
Eine Reportage von Christian Gropper und Esther Saoub

Haiti: Das schwierige Erbe der Blauhelme
Monique hat zwei Kinder von zwei Männern. Der erste Vater ist getürmt
und hat Monique und den gemeinsamen Sohn im Stich gelassen. Ohne
einen Cent Unterstützung. Carlos habe er geheißen, sagt die Mutter,
und sei Blauhelm-Soldat der Vereinten Nationen gewesen. Ein
Schicksal, das Monique mit Hunderten weiterer Frauen teilt. 13 Jahre
waren die UN-Soldaten in Haiti, um nach einem brutalen Bürgerkrieg
Ordnung und Sicherheit wiederherzustellen. Jetzt ist die Mission
MINUSTAH beendet, die Soldaten und Polizisten sind abgezogen und
haben vielfach zerstörte Familien hinterlassen. Und ein Land, das für
die Zukunft schlecht gerüstet ist.
Eine Bilanz von Thomas Aders (ARD Studio Mexiko)

Hongkong: Der zähe Kampf um Freiheit
Er wurde entführt, in ein Gefängnis geworfen, dann aufgefordert,
Kollegen und Kunden zu verraten. Er konnte 2016 entkommen und klagt
nun an: Buchhändler Lam Win-kee. Er hatte wie andere auch in Hongkong
Bücher und Broschüren verkauft, die sich kritisch mit dem Mutterland
China auseinandersetzen. Lam hat Angst, dass die Schergen
wiederkommen und ihn holen und trotzdem will er weitermachen, weiter
Kritik an Unterdrückung und Repression in China üben. Lam ist nicht
allein. Ob kritische Studenten oder Professoren, in Hongkong wollen
viele nicht hinnehmen, dass auch dort Freiheit und Demokratie in
Gefahr sind.
Eine Reportage von ARD Korrespondentin Sascha Storfner aus einer
Stadt, die sich nicht einschüchtern lässt.

Redaktion: Stefan Rocker

Pressekontakt:
SWR-Pressestelle,
E-Mail: pressestelle@swr.de

Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 27. Okt 2017. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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