Das Erste: Weltspiegel – Auslandskorrespondenten berichten Am Sonntag, 12. Juli 2015, 19:20 Uhr vom WDR im Ersten





Moderation: Ute Brucker

Geplante Themen:

Griechenland: Rettung oder Grexit – der Tag der Entscheidung
Am Sonntag entscheidet sich wohl die Zukunft Griechenlands im Euro,
so sehen es zumindest die meisten Staats- und Regierungschefs
Europas, die am Sonntag in Brüssel zu einem Sondergipfel
zusammenkommen. Wir fangen Stimmen und Stimmungen ein, aus Brüssel
und Athen. In Griechenland begleiten wir unter anderem einen
Unternehmer, der fast alle Mitarbeiter entlassen musste und jetzt
nicht weiß, wie es weitergeht. Die Griechen blicken gespannt zum
Gipfeltreffen nach Brüssel.

Spanien: Die Krise als Chance
Die Kleinstadt Briviesca war vor der Krise Spaniens Boomtown. „Komm
nach Briviesca und am nächsten Tag hast du Arbeit“ lautete ein
Slogan. Mit der Krise kam der Ruin: Fabriken mussten schließen, viele
Menschen wanderten ab. 2014 lag die Arbeitslosigkeit bei 27 Prozent.
Industriehallen stehen jetzt leer, Reihenhäuschen konnten nicht
verkauft werden. Geschäfte gingen Pleite. Vom Boom der spanischen
Wirtschaft, wie ihn die Regierung verkündet, ist hier offenbar nicht
viel zu spüren. „Wir sehen das im Fernsehen, aber bei uns kommt
nichts an. Es gibt noch einen kleinen Hoffnungsschimmer in der
Kleinstadt: die Schneidermeister von Antonaga. Die wurden mit der
Schließung einer großen Schneiderei selbst arbeitslos. „Was wir
können, muss doch etwas wert sein“, sagten sie sich und wagten den
Sprung in die Selbstständigkeit. Ausgerechnet im Textilbereich,
dessen Fertigungsplätze von den Großen wie Zara ins Ausland verlagert
wurden. Doch das Unternehmen der fünf Schneider wächst und wächst.
Autor: Stefan Schaaf/ARD Studio Madrid

Syrien: Die Überlebenskünstler von Aleppo
Kaum eine andere Stadt in Syrien steht für den brutalen Bürgerkrieg
zwischen Rebellen, Oppositionsgruppen und der syrischen Armee wie die
einstige Wirtschaftsmetropole Aleppo. Seit einigen Tagen haben sich
die Kämpfe beider Seiten erheblich verschärft. Kurz zuvor durfte
ARD-Korrespondent Thomas Aders in den von der syrischen Regierung
kontrollierten Stadtteilen drehen. Er traf auf Menschen, die trotz
täglicher Bomben wahre Überlebenskünstler sind. Shoppen in Aleppo,
das ist möglich, doch schon ein paar Straßen weiter liegen ganze
Straßenzüge in Trümmern. „Wenn wir nur an den Krieg denken, dann
haben wir doch nichts mehr von unserem Leben—-, sagen viele hier, die
die Stadt trotz des Krieges nicht verlassen wollen.
Autor: Thomas Aders/ARD Studio Kairo

Indonesien: Kippenwerbung für Kids
Aldy Rizal war einmal der jüngste Kettenraucher der Welt. Eine
Schachtel pro Tag musste es schon sein, damals als Zweijähriger. Der
abhängige Aldy wurde weltberühmt. Auch der „Weltspiegel“ hat über ihn
berichtet. Dabei ist ungezügelter Zigarettenkonsum nichts Neues in
Indonesien. Die Gesetze sind eher lasch und die Zigarettenlobby ist
sehr präsent und einflussreich. Und sogar Kinder verfallen den
Glimmstengeln. Mit sieben oder acht Jahren geht es häufig los – und
hört selten jemals wieder auf. Rauchen gilt für manche sogar als
gesund. Aldy, das ehemalige kettenrauchende Kleinkind, hat den
Ausstieg geschafft. Jetzt ist er so etwas wie ein Botschafter für–s
Nichtrauchen geworden. Der Weltspiegel berichtet aus dem letzten
Raucherparadies.
Autor: Philipp Abresch/ARD Studio Singapur

Peru: Die Grasbrücke
Sie nehmen nur feinstes Gras aus dem Andenhochland – die Nachfahren
der Inka. Daraus flechten sie jedes Jahr meterlange Zöpfe. Am Ende
wird daraus eine wacklige Brücke über den Canyon bei Qu–eswachaka. Es
ist ein traditionelles Ritual, ein Projekt indianischer
Gemeinschaftsarbeit, an dem viele Gemeinden der Gegend teilnehmen. Es
ist das kulturelle Ereignis des Jahres. Über die alte Brücke wagt
sich auch ARD-Korrespondent Michael Stocks, erst dann wird das
brüchige Bauwerk gekappt. Die Schamanen halten während der Bauzeit
von vier Tagen ihre Opfer-Zeremonien ab. Dann ist das Werk vollbracht
und die Nachfahren der Inka können hier wieder für die nächsten 364
Tage problemlos und etwas wackelig den Canyon überqueren.
Autor: Michael Stocks/ARD Studio Rio de Janeiro

Redaktion: Heribert Roth/Petra Schmitt-Wilting

Pressekontakt:
WDR-Pressestelle,
E-Mail: wdrpressedesk@wdr.de

veröffentlicht von am 9. Jul 2015. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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