Bertelsmann vollzieht Anteilsaufstockung bei Penguin Random House auf 75 Prozent (FOTO)





Konzern ab sofort mit strategischer Dreiviertelmehrheit an
weltweit größter Publikumsverlagsgruppe
– Bertelsmann-CEO Thomas Rabe wird zum 1. Januar 2018 Chairman des
Board of Directors von Penguin Random House

Das internationale Medien-, Dienstleistungs- und
Bildungsunternehmen Bertelsmann hält ab sofort eine strategische
Dreiviertelmehrheit an Penguin Random House. Die beiden
Gesellschafter der weltweit größten Publikumsverlagsgruppe –
Bertelsmann sowie das britische Bildungsunternehmen Pearson – hatten
sich im Juli auf neue Beteiligungsverhältnisse verständigt:
Bertelsmann hält nach Vollzug der Transaktion nun 75 Prozent an der
Buchgruppe, Pearson 25 Prozent. Penguin Random House wurde im Rahmen
der Anteilsaufstockung mit einem Unternehmenswert von insgesamt 3,55
Mrd. US-Dollar bewertet.

Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, sagte:
„Bertelsmann ist das Unternehmen mit dem vielfältigsten
Kreativangebot weltweit – und das Buchgeschäft ist seit mehr als 180
Jahren identitätsstiftend für unser Haus. Entsprechend ist der
heutige Tag gleich in mehrfacher Hinsicht ein strategischer
Meilenstein. Erstens wird die Dreiviertelmehrheit an Penguin Random
House den Ergebnisanteil der Bertelsmann-Aktionäre um mehr als 60
Millionen Euro steigern. Zweitens verfügen wir nun über ideale
Voraussetzungen, um Penguin Random House – schon heute die Nummer
eins der Bücherwelt – langfristig und in Kontinuität
weiterzuentwickeln. Und drittens halten wir nun strategische
Mehrheiten an all unseren Unternehmensbereichen bei Bertelsmann: 75
Prozent an der RTL Group und Penguin Random House, 100 Prozent an
allen anderen Divisionen.“

Durch die Anteilsaufstockung stärkt Bertelsmann seine
Governance-Rechte bei Penguin Random House. So wird Thomas Rabe zum
1. Januar 2018 neuer Chairman des Board of Directors der
Buchverlagsgruppe; Bertelsmann stellt ab Beginn des kommenden Jahres
vier Vertreter in dem Gremium, Pearson zwei.

Die Eigenständigkeit der mehr als 250 Einzelverlage der Gruppe
bleibt durch die Anteilsaufstockung unberührt. Die Verlagsgruppe
Random House in Deutschland wird weiterhin vollständig von
Bertelsmann kontrolliert. Markus Dohle, Mitglied im
Bertelsmann-Vorstand und seit Beginn des Zusammenschlusses CEO von
Penguin Random House, wird das Unternehmen weiterhin führen.

Markus Dohle sagte: „Heute ist ein guter Tag für Penguin Random
House. Die Kontinuität in unserer Gesellschafter-Struktur erlaubt,
dass wir uns weiter voll auf die kreative Arbeit unserer Autoren
konzentrieren können. Wir werden auch in Zukunft die besten Bücher
und Geschichten für unsere Leser verlegen. Dieses Ziel unterstützen
beide Gesellschafter uneingeschränkt.“

Penguin Random House umfasst mehr als 250 Einzelverlage auf fünf
Kontinenten, die jährlich mehr als 15.000 neue Bücher
veröffentlichen. Zu den renommierten Autoren der Gruppe gehören unter
anderem John Grisham, Dan Brown, Barack Obama und Michelle Obama
sowie Paula Hawkins. 585 Titel des Hauses schafften es im vergangenen
Jahr auf die Bestsellerlisten der „New York Times“; mehr als 60
Autorinnen und Autoren der Verlage von Penguin Random House sind mit
dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Historie

1835

Drucker und Buchbinder Carl Bertelsmann gründet den C. Bertelsmann
Verlag in Gütersloh. Die ersten 100 Jahre der Verlagsgeschichte
stehen programmatisch im Zeichen der christlich-protestantischen
Tradition. Schritt für Schritt wird das Verlagsprogramm um
Philologie, Geschichte und Jugendliteratur sowie Missionsschriftentum
erweitert.

1928

Bertelsmann startet sein belletristisches Verlagsprogramm durch
„Erzählliteratur“ in protestantischen Zeitschriften.

1933-1945

Die christlich-konservative Tradition des Hauses verbindet sich in
Programm und Unternehmenskultur zusehends mit der Ideologie des
Nationalsozialismus. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges macht der
Verlag – als größter Bücherlieferant der Wehrmacht – vor allem
Gewinne mit dem Verkauf von Feldpostausgaben. Im Zuge des Prozesses
wegen illegaler Beschaffung von Papiervorräten und im Rahmen der
Mobilmachung der gesamten deutschen Wirtschaft wird der C.
Bertelsmann Verlag 1944 geschlossen. Ab 1999 erforscht eine
Unabhängig Historische Kommission unter der Leitung des Historikers
Saul Friedländer die Geschichte des Hauses Bertelsmann während der
Zeit des Nationalsozialismus. Der Abschlussbericht „Bertelsmann im
Dritten Reich“ erscheint 2002 im C. Bertelsmann Verlag.

ab 1950

Bertelsmann gründet den Lesering. Der Erfolg begründet eine neue
Ära der Unternehmensgeschichte und schafft die Grundlage für den
Aufstieg des Hauses zum heutigen weltweiten Medien-, Dienstleitungs-
und Bildungskonzern.

1968

Elf Einzelverlage von Bertelsmann werden organisatorisch zur
Verlagsgruppe Bertelsmann (ab 2001: Verlagsgruppe Random House)
zusammengefasst.

1977

Bertelsmann weitet sein Buchgeschäft durch die Übernahme des
Goldmann-Verlags sowie Beteiligungen an den Verlagshäusern Plaza y
Janes (Spanien) und Bantam Books (USA) deutlich aus.

1986

Bertelsmann kauft das amerikanische Verlagshaus Doubleday und
fasst seine amerikanischen Verlage ein Jahr später zur Bantam
Doubleday Dell Publishing Group zusammen.

1998

Bertelsmann akquiriert das amerikanische Verlagshaus Random House.
Zu dessen Autoren gehören u.a. Maya Angelou, Truman Capote, William
Faulkner, Philip Roth, John le Carré, Julia Child, Toni Morrison,
Thomas Mann, Salman Rushdie und Anne Rice. Die Gruppe wird mit Bantam
Doubleday Dell zusammengeführt. Ab 2001 wird Random House zum
einheitlichen Namen der weltweiten
Bertelsmann-Buchverlagsaktivitäten.

2013

Bertelsmann und Pearson führen ihre Buchverlagsgeschäfte – Random
House und Penguin Group – am 1. Juli zur größten
Publikumsverlagsgruppe der Welt zusammen. Bertelsmann hält mit 53
Prozent die Mehrheit an dem zusammengeschlossenen Unternehmen Penguin
Random House, Pearson hält 47 Prozent. Durch Zukäufe steigt Penguin
Random House in der Folge u.a. zur Nummer eins im spanischsprachigen
Literaturmarkt auf. Zu den diversen Bestsellern der Gruppe gehören
u.a. „50 Shades of Grey“, „The Girl on the Train“ und die „Game of
Thrones“-Reihe. Penguin-Random-House-Autorin Alice Munro gewinnt 2013
den Literaturnobelpreis; sie ist damit eine von über 60 Autorinnen
und Autoren der Gruppe, die mit einem Nobelpreis ausgezeichnet
wurden.

2017

Bertelsmann übernimmt weitere 22 Prozent der Anteile an Penguin
Random House von Mitgesellschafter Pearson und erreicht damit seine
strategische Zielgröße an der einzigen globalen
Publikumsverlagsgruppe.

Über Bertelsmann

Bertelsmann ist ein Medien-, Dienstleistungs- und
Bildungsunternehmen, das in rund 50 Ländern der Welt aktiv ist. Zum
Konzernverbund gehören die Fernsehgruppe RTL Group, die
Buchverlagsgruppe Penguin Random House, der Zeitschriftenverlag
Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG, der Dienstleister Arvato,
die Bertelsmann Printing Group, die Bertelsmann Education Group sowie
das internationale Fonds-Netzwerk Bertelsmann Investments. Mit
116.000 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016
einen Umsatz von 17,0 Milliarden Euro. Bertelsmann steht für
Kreativität und Unternehmergeist. Diese Kombination ermöglicht
erstklassige Medienangebote und innovative Servicelösungen, die
Kunden in aller Welt begeistern.

Pressekontakt:
Bertelsmann SE & Co. KGaA
Andreas Grafemeyer
Leiter Medien- und Wirtschaftsinformation
Tel.: 0 52 41 – 80 24 66
andreas.grafemeyer@bertelsmann.de

Original-Content von: Bertelsmann SE & Co. KGaA, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 5. Okt 2017. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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