(Achtung Korrektur: Privatsender verlieren an Meinungsmacht / BLM legt Aktualisierung des MedienVielfaltsMonitor vor – 12.06.2014, 09:35 Uhr)





Bitte beachten Sie die aktualisierte Fassung!

Der Einfluss der großen privaten Fernsehsender auf die
Meinungsbildung in Deutschland nimmt ab. In der zweiten Jahreshälfte
2013 erreichten die Medienangebote des RTL-Mutterkonzerns Bertelsmann
zusammen nur mehr einen Anteil am Meinungsmarkt von 12,8 Prozent und
verloren damit 1,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des
Vorjahres, wie aus dem aktuellen MedienVielfaltsMonitor der
Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) für das zweite
Halbjahr 2013 hervorgeht. Zudem fiel der Anteil der
ProSiebenSat.1-Gruppe am deutschen Meinungsmarkt um 0,8 auf 7,9
Prozent. Beide Sendergruppen hatten Reichweitenverluste in ihrem
Kerngeschäftsbereich, dem Fernsehen, zu beklagen.

Neben den Reichweiten der einzelnen Programme nahm aber vor allem
auch die generelle Bedeutung des Mediums Fernsehen für die
Meinungsbildung der Deutschen ab. Welche Relevanz die verschiedenen
Mediengattungen Fernsehen, Radio, Internet, Tageszeitungen und
Zeitschriften für die Meinungsbildung haben, lässt die BLM bislang
alle zwei Jahre in einer repräsentativen Studie durch TNS Infratest
empirisch ermitteln. Ergab sich dabei 2011 noch ein
Meinungsbildungsgewicht der Gattung Fernsehen von 40,3 Prozent, so
liegt dieses Gewicht seit 2013 bei nur mehr 36,9 Prozent. Im Gegenzug
ist die Bedeutung aller anderen Mediengattungen für die
Meinungsbildung gewachsen. Tageszeitungen verfügen demnach über ein
Meinungsbildungsgewicht von 22,7 Prozent (+1,1 %), Radio 18,9 Prozent
(+1,5 %), Internet 17,9 Prozent (+1,4 %) und Zeitschriften 3,6
Prozent (+0,4 %).

Trotz der Gewichtsverschiebungen bei den privaten TV-Konzernen
zeigt sich, dass die fünf größten Mediengruppen weiterhin rund
sechzig Prozent der Meinungsmacht in Deutschland auf sich vereinen.
Allein die ARD verfügte im zweiten Halbjahr 2013 über einen Anteil am
Meinungsmarkt von 22,4 Prozent, es folgten Bertelsmann mit 12,8,
Springer mit 9,3 Prozent, ProSiebenSat.1 mit 7,9 sowie das ZDF mit
einem Anteil am Meinungsmarkt von 7,3 Prozent.

Der Axel Springer Verlag erhöhte seinen Anteil am Meinungsmarkt um
0,8 Prozent. Allerdings ist dabei noch nicht der Verkauf einiger
Zeitungs- und Zeitschriftentitel an die Funke Mediengruppe
berücksichtigt, da die kartellrechtliche Genehmigung erst in 2014
erfolgte.

Weitere Informationen zum aktuellen MedienVielfaltsMonitor der BLM
finden Sie im Internet unter: www.blm.de

Pressekontakt:
Johannes Kors, Tel. (089) 63808-310, johannes.kors@blm.de

veröffentlicht von am 12. Jun 2014. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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