25. DEUTSCHER KAMERAPREIS 2015: 12 Preisträger in Köln ausgezeichnet





Sperrfrist: 20.06.2015 19:30
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Insgesamt sieben Kamerafrauen und -männer und vier Editoren sind am
Samstag in Köln für ihre herausragenden Leistungen in Bildgestaltung
und Schnitt mit dem DEUTSCHEN KAMERAPREIS geehrt worden. Im
Jubiläumsjahr erhielt der polnische Kameramann Slawomir Idziak den
Ehrenpreis des Kuratoriums. Prominente Laudatoren wie Detlev Buck,
Barbara Hahlweg und Udo Lielischkies würdigten die Preisträger der
renommierten Auszeichnung. Katty Salié und Jörg Thadeusz moderierten
die feierliche Gala, die in mehreren Fernsehprogrammen übertragen
wird. WDR-Intendant Tom Buhrow eröffnete die Veranstaltung: „Für
unsere außergewöhnlichen Filme, für unsere aufdeckenden Storys, für
unsere starken Inhalte brauchen wir starke Bilder. Der Deutsche
Kamerapreis ehrt zum 25. Mal die Menschen, die diese Bilder schaffen,
sie montieren und zu intensiven Geschichten formen. Dabei geht es
auch um eine gestalterische, klar erkennbare öffentlich-rechtliche
Haltung und Bildsprache. Wir würdigen und fördern heute die
Künstlerinnen und Künstler, die sonst nicht so sehr im Rampenlicht
stehen, die uns Zuschauer aber immer wieder auf–s Neue begeistern.“

Ehrenpreis für Slawomir Idziak

„Mit Slawomir Idziak ehrt der Deutsche Kamerapreis einen
Bildgestalter, der das europäische Kino der Gegenwart maßgeblich
geprägt hat“, so die Begründung des Kuratoriums. Er sei ein Meister
der Bewegung, der seinen Stil in „Black Hawk Down“ auf die Spitze
getrieben habe. Neben der Kameraarbeit für Ridley Scotts
Hollywoodfilm, die ihm eine Oscar-Nominierung eintrug, zählen unter
anderem Detlev Bucks „Männerpension“ (1995) und David Yates– „Harry
Potter und der Orden des Phönix“ (2007) zu Idziaks Publikumserfolgen.
Zu seinen letzten Filmen gehören „Die Vermessung der Welt“ (2012),
den das WDR Fernsehen am 8. August um 21.45 Uhr ausstrahlt, sowie
Natalie Portmanns Regiedebut „A Tale of Love and Darkness“.

Auszeichnungen in acht Kategorien

Die hochkarätig besetzte Jury unter dem Vorsitz von Gernot Roll hat
mehr als 400 eingereichte Produktionen des 25. DEUTSCHEN
KAMERAPREISES gesichtet und bewertet.
Die Auszeichnung Beste Kamera in der Kategorie Kinospielfilm ging an
Nikolaus Summerer für „Who am I – Kein System ist sicher“: Als
Außenseiter Benjamin eine Hackergruppe mit gleichgesinnten gründet,
findet er die nötige Selbstbestätigung. Aus dem anfänglichen Spaß
wird bitterer Ernst, als er ins Visier des BKA und von Europol gerät.
Für die Jury spiele die Kamera mit der ganzen Bandbreite visueller
Möglichkeiten: „Mit choreografischer Eleganz zieht Nikolaus Summerer
alle Register seiner Kunst und macht die Kamera zu einem aktiven
Element auf allen Erzählebenen.“
In der Kategorie Fernsehfilm/Dokudrama wurde Ralf Noack für seine
Bildgestaltung in „Der Metzger muss nachsitzen“ ausgezeichnet. In der
Krimikomödien-Reihe wird ein verschrobener Restaurator unfreiwillig
zum Detektiv. Für die Jury eine Arbeit, in der nichts ist „,wie man
es sonst so macht–. Die Absurdität der Geschichte spiegelt sich in
der Bildgestaltung von Kameramann Ralf Noack.“
Aleksander Duraj erhielt den Preis für die Beste Kamera in der
Kategorie Dokumentarfilm/Dokumentation: In „The Queen of Silence“
gelinge es Duraj, durch atmosphärisch dichte Bilder eine visuelle
Authentizität zu erzeugen und so einen intensiven Einblick in das
Leben gesellschaftlicher Randgruppen zu evozieren, so die Jury. In
der Dokumentation fristet die zehnjährige taube Denisa als Roma ein
trostloses Dasein. Ein Hörgerät und Bollywood-Filme eröffnen ihr ganz
neue, traumhaft schöne Welten, selbst als die illegale Siedlung, in
der sie lebt, zwangsgeräumt wird. Auch die Editoren Thomas Ernst und
Hansjörg Weißbrich erhielten für „The Queen of Silence“ die begehrte
Auszeichnung für den Schnitt. Laut Jury ermöglicht „die kluge und
durchdachte Montage dem Zuschauer einen unverstellten Blick und
emphatischen Zugang zu den Welten der außergewöhnlichen
Protagonistin.“
In der diesjährigen Wechselkategorie Krisenberichterstattung wurde
Ivan Lyubysh-Kirdey ausgezeichnet. Das Team der
ARD/WDR-„Weltspiegel“-Reportage „Flucht aus Ilowajsk“ begleitet ein
ukrainisches Freiwilligen-Bataillon, das durch eine Verlegung direkt
an die Front gerät. In Ilowajsk wird das ARD-Team von ukrainischen
Separatisten und russischen Verbänden angegriffen und dreht vier Tage
unter Lebensgefahr. In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass der
Kameramann es verstand, nicht nur die Action zu drehen, „[…]
sondern sich auf die Reaktion der Menschen zu konzentrieren. […]
Unter höchster physischer und psychologischer Belastung hat er
perfekt die Stimmung eingefangen und Nähe zu den Menschen
hergestellt.“
In „Sweetheart“ kämpft ein Mädchen nach dem Absturz eines mysteriösen
Asteroiden um das nackte Überleben. Die Jury zeichnet Jalaludin
Trautmann für seine Arbeit in diesem „grandiosen Stück Kino des
Endzeit- und Zombiegenres“ in der Kategorie Kurzfilm aus und
befindet: „Meisterhaft bedient er die Genreregeln und organisiert die
enorme Spannung mit variantenreichen Gestaltungselementen.“
Den Preis für die Beste Kamera in der Kategorie Journalistische
Kurzformate nahm Kameramann Michael Habermehl für „Faszination
Mini-Erde“ entgegen. Darin unternimmt er eine außergewöhnliche Reise
in das Hamburger Miniatur Wunderland. Habermehl schaffe „mit
präzisen, atemberaubenden Kamerafahrten, sensationellem Timing und
sicherem Gespür für die Situationen […] eine perfekte Illusion.“
Bei den Kurzformaten zeichnete die Jury Jan Ruschke für seinen
Schnitt in dem Kurzfilm „Sadakat“ aus. Während der Proteste in
Istanbul im Jahr 2014 nimmt ein Ehepaar einen gesuchten Aktivisten
auf und gerät so ebenfalls ins Visier der Polizei. Während die
Ehefrau den Gesuchten jedoch weiterhin schützen will, wird ihr
Ehemann hinter ihrem Rücken zum Erfüllungsgehilfen der Polizei. „Jan
Ruschke schafft es durch seine gelungene Montage, den Konflikt der
Protagonisten spannungsvoll und stringent aufzuzeigen“, so die Jury.

Starker Nachwuchs

Die von der Film- und Medienstiftung NRW und Panasonic gestifteten
und mit jeweils 5.000 Euro dotierten Nachwuchspreise gingen in diesem
Jahr an Kamerafrau Martina Di Lorenzo für die Bildgestaltung im
Kurzfilm „Alter Egon“ und an den Editor Andreas Pakull für den
Kurzfilm „Anti Cupido“. Pakull schrieb dabei auch das Drehbuch und
führte selbst Regie.

Ein Zusammenschnitt der Verleihung des DEUTSCHEN KAMERAPREISES 2015
ist zu sehen:
WDR Fernsehen: Montag, 22.6.2015, 23.30 – 1.00 Uhr
BR Fernsehen: Montag, 22.6.2015, 23.40 – 1.10 Uhr
NDR Fernsehen: Freitag, 26.6.2015, 0.30 – 2.00 Uhr
Einsfestival: Sonntag, 28.6.2015, 9.00 – 10.30 Uhr
SWR Fernsehen: Sonntag, 5.7.2015, 9.45 – 11.15 Uhr

Fotos der Preisverleihung finden Sie ab Sonntagmittag unter
ard-foto.de. Die Pressemappe mit ausführlichen Juryurteilen und einem
Interview mit dem Ehrenpreisträger finden Sie in der WDR Presselounge
unter presse.WDR.de. Dort stehen darüber hinaus ein Film über die
Juryarbeit unter Vorsitz von Gernot Roll sowie ein Portrait von
Slawomir Idziak zur Ansicht bereit. Unter deutscher-kamerapreis.de
können Sie die Trailer der preisgekrönten Produktionen sehen.

Am 21. Juni findet ab 15 Uhr ein Screening ausgewählter
preisgekrönter Arbeiten im Filmforum NRW im Museum Ludwig in Köln
statt. Der Eintritt ist frei.

Pressekontakt:
WDR Pressedesk
Telefon 0221 220 7100
wdrpressedesk@wdr.de

veröffentlicht von am 20. Jun 2015. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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