100 Jahre Ufa: Willy Fritsch – Spiegelbild einer Traumfabrik!





„Ein Filmstar musste damals reich wirken, nur das Beste war für ihn gerade gut genug. Wir lebten in der Nachkriegszeit, vielen Menschen ging es schlecht – der Film sollte ihnen Vergessen schenken. Wenn Emil Müller aus Köpenick schon seine Anzüge dreimal wenden lassen musste, wenn seine Frau Lieschen schon kein Geld für den Friseur hatte – im Film sollten sie eine heile, eine glückliche Welt erleben, in der es noch Romantik gab statt Margarine“, erzählte Willy Fritsch einst vom Beginn seiner filmischen Laufbahn 1923 und davon, bereits wenige Jahre später seitens der Ufa eine Kleiderzulage erhalten zu haben, deren finanzieller Wert dem Jahresgehalt seines Vaters als Angestellten entsprach.

Im Gegenzug ermöglichte der Filmkonzern dem Schauspieler und Schützling des renommierten Produzenten Erich Pommer eine fast beispiellose Filmkarriere. In Blockbustern wie dem Filmmusical „Die Drei von der Tankstelle“ (1930), der Tonfilm-Operette „Der Kongress tanzt“ (1931) oder in Fritz Langs Agententhriller „Spione“ (1928) sowie mit Schlagern wie „Ich wollt–, ich wär– ein Huhn“ aus der Komödie „Glückskinder“ (1936) brachte Willy Fritsch nicht nur Filmpartnerinnen wie Lilian Harvey, sondern auch zehntausende Kino-Fans zum Schwärmen. Er sprach den ersten Satz im deutschen Tonfilm und war wie kaum ein anderer das Spiegelbild der Ufa-Traumfabrik in den 1920er bis 1940er Jahren.

Fast ein halbes Jahrhundert lang blieb Willy Fritsch eine feste Größe im deutschen Film und zählte bis zu seinem Tod 1973 zu den beliebtesten und populärsten inländischen Stars überhaupt. 1965 erhielt er das „Filmband in Gold“ (heute: Deutscher Filmpreis). Seine Prominenz verhalf Kollegen wie Heinz Rühmann oder Romy Schneider zum Ruhm, trotzdem ist er heute gegenüber anderen Darstellern derselben Epoche fast vergessen.

Zu Unrecht, befand die Autorin Heike Goldbach und hat nach jahrelangen Recherchen eine umfangreiche Biografie über Willy Fritsch veröffentlicht, die nicht nur das Leben eines berühmten Menschen nachvollzieht, sondern sein Wirken auch in den Kontext einer bewegten Zeit, von den Goldenen Zwanziger Jahren über den Zweiten Weltkrieg bis zu den Wirtschaftswunderjahren, stellt. Ein Weg durch 40 Jahre Filmgeschichte.

„Ein Feuerwerk an Charme. Willy Fritsch – Der Ufa-Schauspieler. Über eine große Filmkarriere in wechselhaften Zeiten“

Verlag tredition, Hamburg 2017
472 Seiten, 119 Abbildungen
ISBN: 978-3-7439-1290-8 (Paperback Ausgabe)
ISBN: 978-3-7439-1291-5 (Gebundene Ausgabe)
ISBN: 978-3-7439-1292-2 (eBook)

veröffentlicht von am 7. Dez 2017. gespeichert unter Literatur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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